Seit 1991 gibt es die Kostümbälle in Bergheim. Feiern die Jecken heute anders?

Nein! Karneval heißt für den Menschen, raus aus dem Alltag, die Sorgen bleiben heute zu Hause.
Das war 1991 so und hat immer noch Bestand. Der Fastelovend, so heißt der Karneval in der Kölner Region, ist unser Lebensgefühl. Eine Tradition die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Der lebensfrohe Charakter ist wie ein Brandzeichen! Einmal Jeck – Immer Jeck, ob Alt oder Jung!

Die Musik hat sich gravierend verändert.

Es gibt Zeitlose Songs, die wurden in den 80ér Jahren produziert. Diese Lieder funktionieren immer noch. Die Musikproduktion ist moderner. Das gilt für jedes Genre! Die kölschen Hits haben nie an Charakter verloren! Der Inhalt hat immer einen Leitfaden: Das Kölsche Grundgesetz. Lässigkeit,

Gemütlichkeit und Satire! Der Jeck nimmt sich gerne selbst aufs Korn!

Ist der Einfluss von Ballermann Musik zu schwergewichtig?

Wichtig ist das was der Jeck/Gast will! An Fastelovend stehen Kölsche Hits im Mittelpunkt. Der Einfluss von Partymusik aus anderen Spezies gab es schon immer. Früher war es die Neue Deutsche Welle und die großen Hits der 70ér Jahre. Dann kamen die 80ér Jahre und so geht das immer weiter.

Alles was gute Laune macht ist auch Karnevalstauglich! Selbst die traditionellen großen Tanzgarden aus Köln bedienen sich mit der modernen Musik. Ballermann ist differenziert zu betrachten. Die Lieder, die es in die Setlist vom DJ schaffen, sind nur die Top-Hits, wie aus jedem Genre. Zu 75% werden die bekannten Hits von den Kölnern Künstlern gespielt! Der restliche Musikanteil setzt sich aus Schlager, Pop, Oldies und Partymusik zusammen. Wir sind Fastelovendsjecke!

Das Programm hat sich verändert im Festzelt. Warum fehlen die großen Bands im Programm?

Das kommt manchmal wie ein Vorwurf von mir rüber. Ich habe großes Verständnis für die Kölner Künstler/Künstlerinnen und Bands. Deren Auftragsbücher sind prall gefüllt. Die sind gefragt in ganz

Nordrhein-Westfalen. Ab Weiberfastnacht gibt es eine Steigerung. Da könnte eine Band, am Tag 20 bis 30 Auftritte absolvieren. Verständlich ist, dass die Reiserei von Auftritt zu Auftritt Substanz kostet.

Da bleiben die Akteure lieber in der Kölner Innenstadt, wo es 1.111 Säle/Events gibt. Damit gehen die Künstler auch offen um. Es ist daher Zufall, wenn Kölner Top-Stars, außerhalb von Köln an diesen speziellen Tagen,  auftreten. Karnevalssamstag ist es uns gelungen, Torben Klein, den Ex-Sänger und Komponist von vielen großen Hits der Räuber, zu verpflichten. Das sind Zufälle! Im richtigen Moment angerufen.

Dann haken wir direkt ein. Es waren auch die Superstars aus der Partyszene im Zelt!

Weil die einfacher zu buchen sind. Wir würden gerne immer die Top-Stars aus dem Karneval präsentieren, was aus oben genannten Grund schwer zu realisieren ist. Das Konzept verzichtet auf diese Art der Bühnen-Präsentation. Dafür rücken wieder Nachwuchs in den Vordergrund und lokale Künstler. Der Hennes (Georg Geritan) und Thomas Junggeburth sind Bergheimer Junge. Die gehören zu unserer Kaschämm-Familie! Dann eine junge Band, klingt wie unsere Hausband „Kaschämm“! Das sind richtige Eisbrecher! Das Programm alleine ist nicht entscheidend ob eine Party gut ist. Das Ambiente ist wichtig und da gibt es gravierende Veränderungen. Wir arbeiten gleich mit 4 Gastwirten zusammen. Josef Meyer und Peter Konert sind dabei die wichtigsten Personen. Es gibt übrigens Peters Kölsch im Ausschank! Eine gemütliche Kaffeebud und einen Crepes-Stand im Zelt sind nette kulinarische Alternativen. Vor dem Zelt für Hungrige, die Schaschlik und Currywurst Attraktion!

Wir bedanken uns bei Ralf Nettesheim für dieses Interview.

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